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So viele Menschen tragen den Wunsch nach einer erfüllten Partnerschaft in sich, doch aus unerfindlichen Gründen scheint es einfach nicht zu klappen.

Vielleicht hast du auch schon einmal diese Sätze gehört:

„Du bist einfach zu anspruchsvoll.“

„Du musst auch mal rausgehen, sonst kannst du ja Keinen kennen lernen.“

„Es gibt ja nicht so viele Männer, die…“

Diese Sätze sind Bullshit. Sie sind hilflose Erklärungsversuche, weil man nicht weiß, woran es liegt, dass am Beziehungshorizont so gar nichts passiert. Vor allem bei hochsensiblen Frauen kann ich sagen: Sie sind meistens zu wenig anspruchsvoll, zu beliebig. Sie sind (energetisch) nicht erkennbar, weil sie sich runterdimmen. Und sie haben ihre Wünsche nicht auf dem Schirm. Über die Glaubensmuster, die vielleicht auch eine Rolle spielen, unten mehr.

 

Beziehung ist „gefährlich“

Beziehung ist ein heißes Eisen unter den wichtigen Lebensthemen. Das Erste, was wir nach unserer Geburt erfahren, ist Beziehung. Hier beginnt die Verschaltung unseres Nervensystems, es wird entweder auf Vorsicht oder auf Urvertrauen programmiert. Sichere Bindungserfahrungen mit unseren Eltern in den ersten Lebensjahren, sind ein solides Fundament für unsere späteren Beziehungserfahrungen. Doch mehr Menschen haben Erfahrungen im Gepäck, die sie im tiefsten Kern verunsichert haben.

Im Laufe unseres Lebens lernen wir, wie wir uns vor schmerzhaften Gefühlen schützen können. Ein wirksamer Schutz besteht zum Beispiel darin, einen anderen Menschen nicht so nah an sich heran zu lassen und schon gar keinen Menschen, der einen innerlich berühren könnte. Wenn uns ein Mensch räumlich, seelisch und körperlich so nah kommt, wie ein Beziehungspartner, dann ist das für unser verletztes kindliches Nervensystem gefährlich.

 

Dein erwachsenes Ich versteht das nicht

Ein Punkt, der oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass in deiner Psyche verschiedene Ichs am Start sind. Du hast im Laufe der Jahre gelernt, mit deinen frühen Verletzungen umzugehen, dich zu schützen, hast eine erwachsene Persönlichkeit entwickelt. Diese Identität hilft dir, als erwachsener Mensch klar zu kommen.

Doch existiert parallel zu diesem starken, souveränen Ich ein anderer Anteil, dein Kind-Ich. Es ist vielleicht nicht so oft zu spüren, weil der/die Erwachsene diesen Anteil zu schützen gelernt hat. Bei einer auftauchenden Beziehung jedoch wird dieses Kind-Ich mit seinen frühen Beziehungserfahrungen wach. Plötzlich sind unverarbeitete Gefühle der Kindheit am Start. Es ist, als würde dein Nervensystem auf einen anderen Schaltkreis wechseln.

Wenn wir nun als erwachsener Mensch einem ehrlichen Beziehungswunsch nachgehen, kann es sein, dass der schutzbedürftige Anteil, aus dem OFF konsequent dagegen arbeitet. Er sendet auf energetischer Ebene etwas aus, das Beziehung erfolgreich verhindert. Das sind ganz feine energetische Resonanz-Prozesse, die bewirken, dass du nicht wirklich als der Mensch erkennbar bist, der du eigentlich bist. Mission erfüllt, Mensch geschützt. Und der erwachsene Anteil mit Beziehungswunsch versteht die Welt nicht.

 

Was man allgemein sagen kann: Wenn es starke unbewusste Anteile gibt, die dich vor einer Beziehung schützen wollen, werden sie sich durchsetzen. Sie prägen dein Energiefeld maßgeblich und verursachen dadurch genau die Realität, die du erlebst. Aber, es ist veränderbar. Wenn du dich traust.

 

Welche Beziehungsverhinderungs-Programme können da laufen?

Ein Muster, das ich bei Frauen sehr häufig sehe, ist die Tendenz, sich in ihren Wünschen zu sehr zu bescheiden. Wenn eine Frau sagt: „Vielleicht bin ich zu anspruchsvoll.“, dann ist ganz oft das Gegenteil der Fall. Gerade bei hochsensiblen Frauen beobachte ich, dass sie mit viel zu normierten Vorstellungen an Beziehungen herangehen und das, wo sie doch selbst gar nicht in der Norm liegen mit ihrer Hoch-X-Prägung.

Ich habe mir selbst erst nach zwei langen Beziehungen eingestanden, dass ich mir eigentlich einen Partner wünsche, der mein Hochbewusstsein teilt. In diesem für mich wesentlichen Punkt habe ich mich in den vergangenen Beziehungen runtergedimmt, was zu Langeweile führte. Dies war mir damals allerdings noch nicht bewusst. Vielen Frauen kommt es vermessen vor, anspruchsvolle Wünsche zu haben. Da ist es richtig Arbeit, diese freizulegen. Ich sage: Deine Wünsche zu erforschen und klar zu haben ist absolut notwendig, je genauer, desto besser. Das bewahrt dich auch vor schmerzhaften Fehlversuchen.

Hier kommt eine kleine Sammlung an möglichen inneren Überzeugungen. Du kannst beim Lesen einmal reinspüren, ob es bei bestimmten Sätzen Anzeichen von Resonanz in dir gibt:

  • Ich habe es nicht verdient.
  • Ich darf nicht unbescheiden sein.
  • Ich darf keine eigenen Bedürfnisse haben.
  • Ich muss das nehmen, was mir zugeteilt wird.
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Ich bin allein und verloren.
  • Ich bin nicht willkommen.
  • Für jemanden wie mich gibt es kein passendes Gegenstück.
  • Mich versteht/erkennt eh niemand.
  • Wenn ich mich so richtig mit dem zeige, was mir wichtig ist, werde ich abgelehnt.
  • Ich habe kein Glück verdient.
  • Ich muss etwas tun um geliebt zu sein.
  • Ich kann nichts ändern, es nützt alles nichts.
  • Ich muss es alleine schaffen.
  • Auf niemanden ist Verlass.
  • Ich gehöre nicht dazu.
  • Mit mir ist etwas falsch.

 

Wie dein Beziehungswunsch Treibstoff erhält

Unsere inneren Verletzungen wollen eines: Wahrgenommen werden. Deshalb ist das bewusste Erforschen dieser frühen Prägungen ein echter Booster für dein Beziehungsthema. Als ich nach 7 Jahren ohne den leisesten Anflug einer Partnerschaft begonnen habe, mich meinen tieferliegenden Ängsten zuzuwenden, lernte ich innerhalb kürzester Zeit direkt nacheinander zwei wunderbare Männer kennen. Diese Direktheit, mit der das Leben auf die Veränderung der emotionalen Signatur reagiert, beobachte ich auch bei Menschen, die zu unseren Seminaren kommen. Bewusstsein heilt. Auch für Beziehungen. Eine sehr guter Weg, seinen individuellen Mustern auf die Spur zu kommen, ist die Aufstellungsarbeit. Besonders empfehlen möchte ich hier unser Transformationsseminar, wo die Aufstellungen eingebettet in einen wohltuenden, nährenden Rahmen stattfinden.

Und wenn du dich auf den Weg machst, wird das Leben antworten.

 

 

 

Foto: victoria – pixabay

Immer wieder begegnet uns diese Frage:

„Mein Partner ist ein Mensch, der sehr viel Autonomie braucht. Ich möchte viel Nähe. Kann ich mit diesem Menschen glücklich werden, wenn unsere Bedürfnisse so unterschiedlich sind?“

Um diese Frage zu beantworten darf man sich erst einmal die Frage stellen, ob man eine Wohlfühlbeziehung oder eine Entwicklungsbeziehung führen möchte. Wenn Spaß und Wohlfühlen miteinander die wichtigsten Wünsche an deinen Partner/deine Partnerin sind und du für Entwicklung eher nicht zu gewinnen bist, dann kann es durchaus sein, dass jemand, der dir in seinem Nähebedürfnis ähnlicher ist, besser passt. In diesem Fall möchtest du von deinem Partner etwas erfüllt bekommen, was du dir wünschst und wählst den Menschen danach aus, ob er dir deine Wünsche erfüllt oder nicht.

Die Entwicklungsbeziehung

Meist aber läuft es anders. Wir verlieben uns in einen Menschen oder spüren eine starke Anziehungskraft und sind aus diesem Grunde mit dem Menschen zusammen. Ein Teil dieser Anziehungskraft kann daher kommen, dass zwei Menschen den gleichen Schmerz in sich tragen. Beide haben z.B. als kleine Kinder eine unsichere Elternbindung erlebt. Dies ist für ein Kind ein schmerzhaftes Erlebnis, mit dem es seinen Umgang sucht. Und in diesem Kindheitsschmerz finden sich die beiden Menschen, fühlen sich „gesehen“ oder „erkannt“. Auf einer unbewussten Ebene erkennt man sich im gleichen Schmerz. Das kann eine sehr starke Anziehungskraft sein.

Doch dann kommen die Bewältigungsstrategien ins Spiel. Das sind die Methoden, mit denen das Kind damals auf die Verletzung reagiert hat, die es entwickeln musste, um klarzukommen. Diese können sehr gegensätzlich sein:

  1. Der eine Mensch entwickelt das Bedürfnis, in Zukunft immer dafür zu sorgen, dass jemand da ist, mit dem sich Nähe herstellen lässt.
  2. Der andere Mensch entwickelt eine übergroße Autonomie aus dem Gefühl heraus, dass er eh alleine klarkommen muss, weil Bindung einfach nicht verlässlich ist.

Und schon haben wir das Szenario, dass sich zwei Menschen triggern, obwohl sie sich lieben und sich als Paar sehen. An dieser Stelle entsteht oft das Gefühl: Das kann ja gar nicht klappen.

Die gute Nachricht: Das alles hat mit Liebe oder fehlender Liebe nichts zu tun.

Was hier geschieht ist, dass zwei Nervensysteme in den gelernten Bewältigungsstrategien aufeinander reagieren und sich gegenseitig triggern. In Wirklichkeit lehnst du nicht deinen Partner/deine Partnerin ab, sondern seine/ihre Schmerz-Bewältigungsstrategie.

Wir dürfen verstehen, dass diese Bewältigungsstrategien echte Überlebensprogramme sind. Deshalb fühlt es sich so existenziell an, wenn der andere uns zurückweist oder uns an sich binden möchte. In dem Moment hat das kleine, verletzte Kind das Steuer in der Hand und reagiert mit den Mustern, die damals sein Überleben gesichert haben.

Auch wenn es sich so anfühlt: Der andere verursacht nicht den Schmerz, er weckt ihn lediglich, holt ihn quasi aus dem Verborgenen ins Gefühl. Das ist ein Prozess des Sichtbarmachens, der zwar in dem Moment nicht angenehm ist, der aber das Potenzial von Heilung in sich birgt.

Sowohl die Verantwortung für das Schmerzgefühl als auch die Heilungschance liegen bei dem Menschen, bei dem etwas anspringt. Wenn man denkt, der Partner sei verantwortlich für den eigenen Gefühlszustand, dann macht man sich emotional vom Verhalten des Parters abhängig. (Dies entspricht zwar der Kindheits-Realität, nicht aber der gegenwärtigen Situation des erwachsenen Menschen.) Heute, als erwachsener Mensch, bist du allein für deine Gefühle zuständig.

Der erste wichtige Schritt ist, sich klar zu machen, dass da gerade ein altes Gefühl angesprungen ist. Fühl es. Es möchte dir etwas über deinen verletzten Kinder-Anteil erzählen. Wenn es dir gelingt, nicht sofort in den Kampf gegen das Partner-Verhalten zu ziehen, sondern den Schmerz, der sich meldet als deine eigene Gefühlsreaktion stehen zu lassen und zu fühlen, kann dies echte innere Heilung auf den Weg bringen. Lass die Welle kommen und sei dir sicher, sie wird wieder abebben. Ganz von alleine. Sei für dich da.

Im Idealfall spricht man hinterher gemeinsam über die inneren Vorgänge. Betrachtend, beschreibend und ohne Vorwurf. Das schafft Verständnis und Nähe und bringt Frieden in die Beziehung.

 

Barbara & Udo

Coaches für lebendige Beziehungsgestaltung

 

 

Text: Barbara Grebe

Foto: tumisu

Gerade hochsensible Menschen fühlen sich häufig in Gesprächen missverstanden und erleben oft, wie die Kommunikation sich in eine völlig andere Richtung entwickelt als von ihnen beabsichtigt. Wie kann das sein?

Hier geht es zum ganzen Artikel, der im Compassioner erschienen ist.

Zum Film:

www.youtube.com/watch?v=yNUODVwhfpA

 

Dies ist der Film zu unserer 2. Seminarreihe „Ich bin richtig!“ in Essen-Werden.
Wir sind so stolz auf euch, dass ihr euch hier zeigt! Danke!!

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